Einander helfen

Vom täglichen Überlebenskampf zur Leitung der Weiterentwicklung ihrer Dorfgemeinschaft - die Teilnehmerinnen einer Selbsthilfegruppe im Dorf Katete in Sambia wurden verändert.

Vom täglichen Überlebenskampf zur Leitung der Weiterentwicklung ihrer Dorfgemeinschaft – die Teilnehmerinnen einer Selbsthilfegruppe im Dorf Katete in Sambia wurden verändert. „Ich konnte sie nicht wiedererkennen, als wir uns zu unserem ersten Folgetreffen nach den Trainingswochen wiedersahen“, berichte OM-Mitarbeiterin Golden Kateya, die die Selbsthilfegruppen koordiniert. Das Dorf Katete liegt sehr abgelegen am Tanganjikasee. Vom größten sambischen Hafen ist es eine neunstündige Bootsreise entfernt. Im Jahr 2016 gründeten OM-Mitarbeiter dort eine Selbsthilfegruppe unter den Frauen. Diese treffen sich zweimal die Woche, um zu lernen, wie man mit Menschen umgeht, die vorhandenen Ressourcen nutzt und was Gottes Wort damit zu tun hat. Während des Trainings wurde Rose aufgrund ihrer Fähigkeiten als Leiterin der Gruppe von 17 Frauen ausgewählt.
Etwas später bekam Rose schlimme Bauchschmerzen. Im Dorf gibt es kein Krankenhaus. Doch als die Schmerzen immer schlimmer wurden, fragte sie einen Mann im Dorf nach Medizin. Dieser verlangte dafür mehr Geld, als sie jemals bezahlen würde können. Als die anderen Frauen der Gruppe Roses Geschichte hörten, gaben sie aus ihrem gemeinsam gesammelten Geld, das zunächst für ihre Geschäftsideen vorgesehen war, etwas für Rose.
Nach diesem Vorfall begannen die Frauen über soziale Projekte in ihrem Dorf nachzudenken und möchten nun eine Krankenstation im Dorf eröffnen. Mit dem Geld, dass sie in einem Jahr gesammelt hatten, startete die Gruppe auch andere Projekte für ihre Gemeinschaft, wie eine Brunnenbohrung oder die Anschaffung eines Bootes.
„Davor schauten die Frauen nur auf sich selbst und schafften es gerade so, zu überleben. Aber jetzt spielen diese Frauen eine große Rolle im Dorfleben. Ihre Einheit ist wunderbar“, freut sich Golden Kateya. „Jede der Frauen kann nun ihre Familie mit drei Mahlzeiten am Tag versorgen und die Kinder zur Schule schicken.“
Dies ist für die Küstengebiete des Tanganjikasees ungewöhnlich. Fehlendes Wissen und keine Möglichkeiten, Wissen und Mitbestimmung zu erlangen, führen dort zu einem Kreislauf aus Mangelernährung, Kinderheirat und Kinderarbeit anstatt Schulbildung. Die Selbsthilfegruppen gehen diese Probleme an und befähigen Einzelne, Familien und Gemeinschaften, aus diesem Kreislauf auszubrechen.

 

By OM International