Sicher vor Menschenhandel

Tema, Ghana :: Einheimische Partnerorganisationen der Logos Hope klären über Menschenhandel auf.

„Menschenhandel ist so alt wie die Menschheit. Er kommt auch in der Bibel vor. Dort lesen wir, wie Josef nach Ägypten verkauft wurde.“ Mit diesem Beispiel sprach eine Polizistin aus Ghana eine Konferenz an Bord der Logos Hope an, in der es um das Thema ging, das mit 1,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr die zweitgrößte kriminelle Einkommensquelle überhaupt darstellt.

Zu dem Seminar „Sicher vor Menschenhandel“ kamen Vertreter von Polizei, Regierungsorgansiationen, Kirchen, gemeinnützigen Organisationen und den Medien zusammen. Das Team „Traffick Wise“ von OM Afrika leitete die Schulung und trug ernüchternde Fakten vor, so etwa dass nach aktuellen Schätzungen 45,8 Millionen Menschen weltweit als Sklaven gehalten werden.

„Das ist die Bevölkerung eines ganzen Landes“, sagte Annelize Theunissen von OM Afrika, „und dann sind noch einmal doppelt oder dreifach so viele Täter beteiligt. Und eigentlich ist die ganze Welt beteiligt, weil wir auch Nutznießer von diesem Sklavenhandel sind. Wenn wir Waren kaufen, die von Menschen in Schuldknechtschaft hergestellt wurden oder Schokolade essen, bei denen der Kakao von Kindern geerntet wurde, dann sind wir es, die das System am Laufen halten.

Ein örtlicher Polizist, Inspektor J.Y. Adjei, fand das Seminar sehr informativ. „Wir wissen, was läuft, aber wir brauchen Weisheit, um diese Syndikate zu durchdringen“, sagte der Inspektor. „Unsere ländlichen Gegenden sind sehr arm und dort übervorteilen diese Banden die Eltern. Sie versprechen, dass deren Söhne in der Stadt eine gute Ausbildung bekommen. Die Familien geben ihnen ihre Kinder, weil das Leben in der Stadt bei ihnen ein hohes Ansehen hat, aber es ist eine Lüge. Die jungen Leute werden ausgebeutet und dürfen es niemandem sagen, weil sie sonst Schande über sich bringen.

Bis zu 800 000 Menschen werden in Ghana jährlich Opfer von Menschenhandel. OM Ghana erzählte von seinem Rehabilitationsprogramm für junge Frauen, die aus der Prostitution oder Kinderehen gerettet wurden. Die Frauen lernen jetzt das Schneider- oder Friseurhandwerk.

Der Leiter von OM Ghana, Chris Insaidoo, rief die Organisationen dazu auf, dass sie alle Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen, denen sie helfen wollen. „Wenn ihr jemandem eine Ausbildung anbietet, müsst ihr dafür sorgen, dass sie währenddessen nicht aus Verzweiflung in ihr altes Leben zurückkehren. Wovon können sie leben? Wo können sie wohnen?“, fragte er. „Stellt sicher, dass ihr sie nicht nur den halben Weg begleitet und dann aufhört, sondern bis zum Schluss.“

 

By OM International